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Pia Pötter

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Was ist Ad Fraud?

Was ist Ad Fraud?

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Pia Pötter

Ad Fraud - Header Grafik

Ad Frauds sind seit Jahren ein echtes Problem für Publisher und Seitenbetreiber:innen im Internet. Wir zeigen Dir, was genau Ad Fraud ist und wie Du Anzeigenbetrug erkennen kannst. Zudem zeigen wir Dir, welche Formen des Advertising Fraud es gibt und wir Du dich davor schützen kannst.

Was ist Ad Fraud?

Ad Fraud lässt sich grob mit Anzeigenbetrug übersetzen. Dabei stehen digitale Werbeanzeigen im Fokus. Die Werbetreibenden werden beim Ad Fraud hinsichtlich der Sichtbarkeit ihrer Werbeanzeigen von den Seitenbetreiber:innen betrogen. Diese gaukeln dem Anzeigenschalter auf verschiedenste Arten und Weisen vor, dass die Werbeanzeige von möglichst vielen Besucher:innen gesehen wurde. Doch auch die Betreiber:innen der Seiten sind externen Betrugsszenarien ausgesetzt.

Der Markt der digitalen Werbung wächst seit Jahren. So gibt der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. für 2021 ein Wachstum von 23,4% für digitale Display Werbung in Deutschland an. Damit habe der Markt zum ersten mal die 5 Milliarden Euro Umsatzgrenze geknackt. Ebenso nimmt der Anzeigenbetrug weltweit ebenfalls weiter zu, wie eine Studie des Marktforschungsunternehmens Juniper Research kürzlich zeigte.

Da oftmals nach Impressionen oder nach Klicks auf die Anzeige abgerechnet wird, werden die tatsächlichen Zahlen manipuliert. Das Resultat: Die Werbetreibenden zahlen viel Geld für Anzeigen, die womöglich nie sichtbar waren oder weit weniger Menschen erreicht haben, als vorgegeben.

Dazu kommen oftmals Bots oder auch manuelle Manipulationen zum Einsatz. Je nach Abrechnungsmodell haben sich auch verschiedene Formen von Ad Fraud-Methoden entwickelt, die heute mal mehr und mal weniger Anklang finden.

Hinzu kommen stetig neue Betrugsmaschen, die Werber:innen falsche Zahlen glaubhaft machen wollen. Daher gilt es sich vor Ad Fraud zu schützen und Betrügereien dieser Art direkt zu erkennen. Wir wollen Dir im Folgenden zeigen, wie genau Ad Frauds funktionieren, welche Formen es gibt und wie genau Du gegen Anzeigenbetrug vorgehen kannst.

Arten von Ad Fraud

Die Methoden der Betrüger:innen reichen von sehr simplen Manipulationen des Traffics bis hin zu technisch sehr fortgeschrittenen Tools, die zum Einsatz kommen. In dieser Übersicht, haben wir einige der bekanntesten Methoden für Dich zusammengestellt:

Die Arten von Ad Fraud

Click Fraud

Überall dort, wo Werbeanzeigen per Klick bezahlt werden, hat auch Click Fraud Platz. Hierbei handelt es sich um die wohl traditionellste Form des Ad-Betrugs. Bei dieser Form des Ad Frauds werden die Klickzahlen künstlich in die Höhe getrieben. Dies kann entweder durch manuelles Klicken auf die Anzeigen geschehen, oder aber durch Einsatz von Bots, die dies automatisch vornehmen.

Ziel ist es, die Klicks möglichst in die Höhe zu treiben, um letztlich mehr Geld bei dem/der Auftraggeber:in abrechnen zu können. Viele Unternehmen haben sich daher bereits dem Pay-per-Click-Modell entledigt und setzen auf andere Formen der Bezahlung. Dennoch bleibt das Problem mit gefälschten Klickzahlen auf Werbeanzeigen bestehen.

Klicks vom Betreiber

Eine ebenso klassische wie einfache Form des Werbeanzeigen-Betrugs ist die Manipulation durch den/die Webseitenbetreiber:in selbst. Dazu klickt er/sie ganz einfach selbst möglichst oft auf die Werbeanzeige, um die Zahlen künstlich nach oben zu treiben. Gerade wenn nach Klicks abgerechnet wird, kann der/die Betreiber:in so mehr in Rechnung stellen. Diese Form ist wenig lukrativ, dennoch sehr ärgerlich für den/die Werbetreibenden.

Klickfarmen

Eine Stufe professioneller sind da schon Klickfarmen. Hier werden Anzeigen von Mitarbeiter:innen spezieller Unternehmen systematisch geklickt. Diese erhalten dann meist Provisionen für ihre “Dienstleistung” und sind darauf bedacht, möglichst viele Klicks auf die jeweilige Anzeige zu generieren. Diese Form des Betrugs ist schon deutlich lukrativer, wenngleich auch hier immer noch manuell Klicks erfolgen müssen.

Bots

Dass dies auch automatisiert funktioniert, beweisen sogenannte Klick Roboter. Diese klicken automatisch ausgewählte Werbeanzeigen an und treiben so die Zahlen und damit auch die Kosten für die Anzeige in die Höhe.

Botnetzwerke

Nochmal professioneller sind sogenannte Botnetzwerke. Bei dieser Form der Manipulation kommt Schadsoftware zum Einsatz, die sich unbemerkt auf verschiedenen PCs installiert. Von hier aus generieren die Bots Klicks auf Werbeanzeigen. Besonders tückisch bei dieser Form des Betrugs, die Klicks werden von vielen verschiedenen IP-Adressen aus ausgeführt, was das Nachweisen eines Betruges um ein Vielfaches erschwert.

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Impressionfraud

Beim sogenannten Impressionfraud ist die Betrugsmasche eine andere. Hier liegt ein grundsätzlich anderes Bezahlmodell zu Grunde, dass sich nicht nach Klicks auf Werbebanner, sondern nach Impressionen bzw. Einblendungen auf der Seite richtet.

Werbetreibende zahlen für ihre Anzeigen nach Anzahl der Impressionen auf der jeweiligen Internetseite. Die Manipulation gilt also der Anzahl der Einblendungen einer Anzeige. Hierfür gibt es verschiedene Methoden. Bekannt sind vor allem das Ad-Stuffing sowie das Pixel-Stuffing.

Ad-Stuffing

Beim Ad-Stuffing werden ganz einfach mehrere Werbeanzeigen übereinander gelegt oder werden hinter anderen Elementen auf der Website versteckt. So können Werbeplätze unendlich oft vermietet werden. Besucher:innen der Website nehmen diese jedoch überhaupt nicht wahr. Diese Form kommt dann zum Einsatz, wenn ein Abrechnungsmodell nach Impressionen oder eine einmalige Zahlung für die Anzeigenschaltung vorliegt.

Pixel-Stuffing

Ähnlich wie das Ad-Stuffing wird auch beim Pixeling die Anzeige tatsächlich auf der Seite geschaltet. Diese wird jedoch auf wenige Pixel herunterskaliert und ist dadurch für den/die Besucher:in faktisch nicht sichtbar. Abkassiert wird dennoch.

Hacking Fraud

Neben den zuvor beschriebenen Methoden des Klick- und Impression-Fraud gibt es noch einen weiteren Ansatz der Manipulation. Dieser beschränkt sich nicht auf die Manipulation der Kennzahlen, als vielmehr auf die Manipulation der Werbeplattform, also der Internetseite an sich. Grundlage hier ist die illegale Beschaffung von Zugriffsrechten einer Domain oder auch das Kopieren einer solchen, verbunden mit einem Infizieren von Browsern der User.

Der/die Publisher hat in den meisten Fällen mit dieser Form von Betrug wenig zu tun, sondern ist selbst Opfer. Daher müssen sich beide Parteien, Anzeigenkund:innen wie Webseitenbetreiber:innen vor dieser Manipulation schützen.

ads.txt-Zertifikat-Fraud

In den letzten Jahren hat eine neue Form des Ad-Betrugs Einzug auf den digitalen Werbemarkt gefunden – das sogenannte ads.text-Zertifikat-Fraud. Dazu ist es wichtig zu wissen, was genau ein ads.text-Zertifikat ist und wie genau dieses manipuliert werden kann. Ein solches Zertifikat ist in Form einer Textdatei im Roots-Verzeichnis einer Website hinterlegt. Darin werden von den Publishern alle Anbieter:innen aufgeführt, die für den Verkauf der Werbeplätze lizenziert sind.

Die Betrüger:innen löschen nun Inhalte der Webseiten und fügen anschließend neue Werbeplätze zu der gefälschten Version dieser hinzu. Verkauft werden die gefakten Werbeplätze dann unter ebenfalls gefälschten Domains, über die lizenzierten Reseller aus der ads.txt-Datei.

Domain-Spoofing

Auch das Domain-Spoofing ist eine hinlänglich bekannte Form des Ad-Betrugs. Dabei werden die Browser der User mit einer Schadsoftware infiziert und die Browser bekannter Publisher gefälscht. Ziel ist es den Benutzer:innen eine echte Website vorzugaukeln, so dass diese mit diesen interagieren.

Wie kannst Du Dich vor Ad Fraud schützen?

Die vielen verschiedenen Formen von Betrugsmaschen bei digitaler Werbung erfordern ebenso viele Schutzmaßnahmen. Klickbetrug ist relativ leicht zu umgehen, indem man auf das Pay-per-Click-Modell verzichtet. Wenn Du dennoch auf diese Variante setzen willst, gibt es dennoch Schutzmaßnahmen.

  • Google selbst setzt einen Filter ein, der verdächtige Klicks herausfiltert. Dieser überprüft nicht nur die Werbeanzeigen, sondern gleicht diese zudem mit den IP-Adressen, Zeit und Datum ab. Im Falle einer verdächtigen Übereinstimmung, filtert Google den entsprechenden Klick heraus. Anschließend wird der verdächtige Klick von Google-Mitarbeiter:innen manuell geprüft.
  • Zudem hast Du die Möglichkeit als Google-Ads-Kund:in Verdachtsfälle direkt bei Google zu melden. Diese untersuchen den Fall dann intensiv und prüfen, ob möglicherweise ein Betrug vorliegt.
  • Um verdächtige Klicks selbst aufspüren zu können, solltest Du in jedem Fall Google Analytics nutzen. Steigen die Klickzahlen und sinken die Conversions, liegt der Verdacht eines Klickbetrugs nahe. Auffällige Klicks können mit den Logfiles des Webservers abgeglichen werden.
  • Um sich vor ads.txt.-Zertifikat-Fraud zu schützen, musst Du schon genauer hinsehen. Du solltest Dich generell auf die in der ads.txt-Datei beschriebenen Wege beschränken und Werbung nur über vertrauensvolle Partner:innen schalten.
Tipps zum Schutz vor Ad Fraud

Fazit: Ad Fraud ist und bleibt ein Ärgernis

Überall dort wo digitale Werbung geschaltet wird, kann es zu Manipulationen und Betrügereien kommen. Ad Frauds sind ärgerlich für Anzeigenkunden:innen und wie auch für Publisher. Dabei können Ads auf verschiedene Arten und Weisen manipuliert werden.

Um sich nachhaltig davor schützen zu können, bedarf es Achtsamkeit, kurze und transparente Lieferketten. Zudem solltest Du auf lizenzierte Partneragenturen setzen, um Werbung zu buchen oder Deine Werbeflächen am Markt anzubieten.

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